Historische Marktrichtertage in Waldkirchen

Waldkirchen ist seit dem Jahr 1979 Schauplatz der alljährlich im Juli stattfindenden historischen Marktrichter-Tage. Diese locken zahlreiche Besucher und Touristen an. Erinnert wird mit dem Historienspiel an die Zeit, da Waldkirchen durch eine alte Handelsstraße, den „Goldenen Steig“ von Passau ins Böhmische, seine erste Hochblüte erlebte.

Waldkirchen war im Mittelalter Teil des Fürstbistums Passau. Bis zum Ende der kirchlichen Herrschaft Anfang des 19. Jahrhunderts war der Fürstbischof von Passau zugleich der oberste kirchliche und weltliche Herrscher des Bistums. Er setzte im Jahr 1285 eine eigene Gerichtsbarkeit in Waldkirchen ein. Am Marktplatz zu Waldkirchen stand in den folgenden Jahrhunderten fortan ein Pranger, der als Strafe für Verurteilte zu jener Zeit durchaus üblich war; des Weiteren bediente sich der Marktrichter in seinen Verhören auch Daumenschrauben und allerlei anderer Instrumente. Immer einen Freitag und Samstag saß der Marktrichter, der ansonsten etwa das Amt eines Bürgermeisters innehatte, über die Mitglieder der Gemeinde zu Gericht und alle Bürger waren verpflichtet, der öffentlichen Verhandlung, der sogenannten Ehehaft, beizuwohnen.

Mit den Waldkirchner Marktrichter-Tagen lebt diese schaurig-romantische Atmosphäre wieder auf, wenn mehr als 150 Darsteller in historischen Gewändern, zu Fuß und zu Pferd oder in Kutschen vorfahrend die untergegangene Epoche nachspielen und anhand alter Verhör-Protokolle und Urteilssprüche reale Fälle und die entsprechende Vollstreckung der Urteile aufführen.

An den beiden Waldkirchner Marktrichter-Tagen gibt es zudem ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Musik und Verpflegung, wie es sich für ein schönes Stadtfest gebührt. Informationen zu dieser Veranstaltung erhält man bei Tourismusbüro Waldkirchen.