Unterirdisches Zwiesel

Zwiesel, Luftkurort und Glasstadt, liegt im Bayerischen Wald, umgeben von den drei höchsten Bergen des Bayerischen Waldes, dem Großen Arber, dem Großen Falkenstein und dem Großen Rachel. Den Namen Glasstadt verdankt Zwiesel seiner Glasindustrie, der Kristallmanufaktur und der Glasfachschule. In einem Glasmuseum können Sie eine Sammlung alter Gläser aus der Zeit von 1800 bis in die 30er Jahre des 20. Jahrhunderts bewundern. Es gibt vier sehenswerte Kirchen und umfangreiche Kultur und Freizeitangebote.

Am interessantesten und in der Gegend des Bayerischen Waldes einmalig, ist das unterirdische Zwiesel. Durch die Lage in Grenznähe wurde Zwiesel immer wieder Opfer von Seuchen, kriegerischen Überfällen und Hungersnöten, auch fiel die Stadt des öfteren Feuersbrünsten zum Opfer. Hussiten, Schweden und Panduren fielen über Zwiesel her und plünderten.

Vermutlich zum Schutz vor all diesen Gefahren entwickelten die Zwieseler Bürger ein System unterirdischer Gänge. Diese Gänge dienten wahrscheinlich als Fluchtwege, Verstecke und Vorratskammern. Vermutlich wurde im Spätmittelalter mit dem Bau begonnen und dann Schritt für Schritt weitergebaut. Mit der Hand und einfachsten Hilfsmitteln wurden diese Gänge und Räume geschaffen. Da das verwitterte Gestein nicht besonders hart war, wurden auch einfache Gesteinsbohrer eingesetzt, um Luftschächte und Schlupflöchen zu schaffen. Um das Hineinwerfen von Gegenständen, wie etwa Brandsätzen, zu verhindern wurden die Schächte und Löcher versetzt angebracht.

So entstanden bis zu 70 qm große Erdkeller in 15 m Tiefe. Bis zum 18. Jahrhundert war dieses unterirdische System völllig intakt. Nach dem 2. Weltkrieg wurde allerdings durch die einsetzende Bautätigkeit viel zerstört. Inzwischen sind Teile des unterirdischen Systems wieder hergestellt worden und Sie können Sie auf Führungen besichtigen. Der Verein „Unterirdisches Zwiesel“ bietet zudem Führungen in anderen Teilen an, die man nur von einem Privathaus aus erreichen kann. Hier gibt es auch immer wechselnde Ausstellungen, so wie etwa eine Glasausstellung.